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Warum Theater für junges Publikum?

Es gibt „Theater“ und es gibt „Theater für junges Publikum“. Braucht es diese Differenzierung? Warum unterteilt man nicht in „Theater“ und „Theater für Erwachsene“? Was macht Kinder und Jugendliche als Publikum aus? Und was ist an einem Festival wie SCHÄXPIR so besonders?

Diese und weitere Fragen diskutieren Julia Ransmayr und Sara Ostertag, die künstlerischen Leiterinnen von SCHÄXPIR, in einem Dialog. Ihr Motto, ein Zitat der belgischen Politikwissenschafterin Chantal Mouffe: „Wir müssen uns einig sein, dass wir uns nicht einig sind.“

Julia Ransmayr: Wie differenzierst du Theater für junges Publikum und Theater für Erwachsene bzw. differenzierst du es? Ist diese Unterscheidung wichtig? Was interessiert dich konkret am Theater für junges Publikum?

Sara Ostertag: Wenn ich selber Kunst mache, gehe ich als erstes danach was mich bewegt, wo ich Dringlichkeiten erlebe, was ich kommunizieren, fragen, verhandeln will. Ich muss mich selber als Künstlerin zu meinen Auseinandersetzungen hundertprozentig authentisch erleben und von der Zehe bis in die Haarspitze daran glauben was ich da tue. In diesem Sinne unterscheide ich nicht zwischen sogenanntem jungem und erwachsenem Publikum. (...) Junge Menschen tragen ein enorm utopisches Potential in sich, ich würde sogar sagen etwas Revolutionäres! Dieser Kraft zusammen Wirkungsmacht durch Kunst zu geben, mit der Sprengkraft dieser Fantasien umzugehen um mit jungen Menschen zusammen Zukunft zu denken finde ich mehr als einfach nur schön. Ich finde es unumgänglich und brennend relevant. (...) Ein Theaterhaus, das am Puls einer Stadt sein will, muss sich jedoch konstant selbst befragen: Wann produzieren wir was für wen und mit wem?

Julia Ransmayr: Ich denke es gehört zu jedem künstlerischen Prozess sich zu hinterfragen. Der Zweifel ist ein zentraler Motor im Erschaffen und Entstehen von Dingen. Auch im Theater. Nur so kann Neues überhaupt erst seinen Weg finden, sich in den Köpfen und in der Arbeit manifestieren. Ein Festival lebt von seiner Intensität. Man erwartet Impulse. Das Aufblitzen von Ideen und Innovationen, die sich dann auch im weiteren (Theater)-Alltag und Zeitgeschehen niederschlagen sollen. SCHÄXPIR findet biennal statt und muss sich dadurch fragen, was ist nach wie vor relevant?
Zwischen zwei Jahren liegen für Kinder und Jugendliche Welten. Ein weiterer Grund warum das Festival von Impulsen lebt, von faszinierenden Theaterereignissen, die ganz für sich stehen und für sich sprechen müssen.

Hier gibt's den vollständigen Dialog als PDF. – Lesenswert!