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MULTIfest. 10 Thesen zur Eröffnung.

© Reinhard Winkler

Manifeste werden ja für gewöhnlich verkündet und in der Folge an die Wand geschlagen. Die künstlerischen Leiterinnen Sara Ostertag und Julia Ransmayr präsentierten bei der Eröffnung ein MULTIfest mit 10 Thesen.

Wir schlagen sie hiermit an die digitale Wand:
 
1.    Die Zeit muss gehen.  

2.    Theater ist Bewegung. Es darf nicht abbilden was schon ist, sondern muss stetig zu Neuem bewegen.

3.    Theater ist kein Abbild von Wirklichkeit. Theater ist die Illusion, der wir uns gern unterwerfen.

4.    Im Theater geht es nicht um das Erhalten, sondern um das Transformieren. Es ist somit nicht erlaubt die immer gleichen Geschichten zu erzählen.

5.    Theater meint immer das Ganze. Wir sollten die Kategorien und Künste durcheinanderwirbeln und gemeinsam sehen, wohin und wie weit uns die Grenzen unserer Vorstellungskraft bringen.  

6.    Theater muss viele Sprachen sprechen. Es spricht die Sprache der Vielen.


7.    Theater ist ein Ort der kollektiven Versammlung, des gemeinsamen Denkens und Austauschs. Theater muss öffentlicher Raum bleiben.  

8.    Theater ist eine gesellschaftsbildende Institution. Diese ist nur dann glaubhaft, wenn sie konsequent nach Innen und Außen für Diversität und Gleichstellung kämpft.

9.    Theateraufführungen und Kunstwerke haben kein Geschlecht. Man sollte sie auch nicht danach bewerten.

10.    Theater hat die Aufgabe, öffentlich zugänglicher Verhandlungsraum von Visionen zu sein.