
Geschichte
"Wegen Erfolges verlängert“ hieß es seitens des Landes Oberösterreich im Juli 2002. Wenige Tage zuvor war zum ersten Mal das SCHÄXPIR Theaterfestival für junges Publikum in Linz, Wels, Steyr und Gmunden über die Bühnen gegangen. Mehr als 14.000 Besucher waren gekommen und begeistert. Die äußerst positive Resonanz beim Publikum sowie bei den Linzer Kultureinrichtungen gaben schließlich den Ausschlag, dass SCHÄXPIR eine Fortsetzung finden konnte und mittlerweile als biennal veranstaltetes Festival einen fixen Platz im österreichischen Kulturkalender innehat.
Wie alles angefangen hat
Die Geburtsstunde von SCHÄXPIR datiert einige Jahre davor: 1998 bildete sich auf Einladung von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der oberösterreichischen Kinderkulturszene.
In einjähriger Arbeit wurde ein Konzeptpapier erstellt, das die Basis für den kulturpolitischen Schwerpunkt Kinderkultur des Landes Oberösterreich bildete. Der Vorschlag dreier Linzer Theaterhäuser – Landestheater Linz, Theater Phönix, Theater des Kindes – ein Theaterfestival für Kinder und Jugendliche zu veranstalten, wurde schließlich als eine von mehreren Maßnahmen verwirklicht.
Die Gesamtleitung des Festivals übernahm Anfang 2001 Julius Stieber, Leiter der Arbeitsgruppe Kinderkultur des Landes Oberösterreich, für die künstlerische Leitung konnte Festivalmacher Stephan Rabl, damals noch Chef des NÖ. Festivals szene.bunte.wähne, gewonnen werden. Als enge Kooperationspartner und als Festivalbeirat sind die drei Linzer Theaterhäuser bis heute maßgeblich am Erfolg und an der Entwicklung von SCHÄXPIR beteiligt. Die Finanzierung und Organisation liegt beim Land Oberösterreich.
Netzwerk Theaterkunst für junges Publikum
Von Beginn an konnten viele Kulturinstitutionen aus Linz und Oberösterreich für das Festival gewonnen werden, u.a. das OK Offenes Kulturhaus, der Posthof Linz, das Kuddelmuddel, das OÖ. Landesmuseum und die Kunstuniversität Linz. Nicht zuletzt diese Kooperationen machten es möglich, dass SCHÄXPIR in einer beispielgebenden Dichte alle Spektren und Genres des internationalen Theaters für junges Publikum präsentieren und so Linz, das mit 12 Spielstätten und 90 % des Gesamtprogramms der Hauptaustragungsort von SCHÄXPIR ist, in einen wahren Theaterrausch versetzen konnte.
Erstmals in Oberösterreich stellte damit ein breites Netzwerk wichtiger Institutionen das Thema Kinder- und Jugendkultur in den Mittelpunkt. Seitdem werden an ca. 15 Spielstätten in nur 11 Tagen jeweils 150 - 170 Vorstellungen gezeigt. Pro Festival sind etwa 50 Theater-, Tanz- und Performanceproduktionen aus dem In- und Ausland sehen.
Die Erfolgsgeschichte
Mit den Festivalausgaben von 2004, 2006 und 2008 konnten die Besucherzahlen auf jeweils über 18.000 gesteigert werden. Insgesamt waren mittlerweile fast 70.000 Besucher bei SCHÄXPIR, das eines der fünf größten Theaterfestivals für junges Publikum in Europa ist.
SCHÄXPIR zeigt neben den für das Festival produzierten Uraufführungen österreichischer Theater vor allem deutschsprachige Erstaufführungen, Österreichpremieren und Europapremieren renommierter internationaler Theatergruppen. Weiters im Programm: Symposien und Dialoge, Workshops, Konzerte und DJ Lines. Die Liste jener internationalen Gruppen, die schon zu Gast bei SCHÄXPIR waren, ist lang. Hier eine kleine Auswahl: Kopergietery, Bronks, Laika, Pantalone (Belgien), junges theater basel, Theater Sgaramusch, Theater an der Sihl (Schweiz), GRIPS Theater Berlin, junges schauspielhannover, MOKS Bremen, Junges Schauspielhaus Hamburg, Nationaltheater Mannheim, Puppentheater Halle (Deutschland), Teatro la Ribalta, T.P.O. (Italien), IYASA (Simbabwe), Het Laagland, Theater Artemis, Stella Den Haag, Het Lab (Niederlande), Teatre Tre (Schweden), Teatre Rio Rose (Dänemark), Compagnie de l´Oiseau-Mouche (Frankreich), DeDalos Theatre Company (Israel) etc. Auch Superstars der internationalen Tanz- und Performanceszene wie Victoria (Gent) und Meg Stuart & Damaged Goods (Brüssel), die auf diversen internationalen Festivals immer wieder erwachsenes Publikum begeistern, waren bereits bei SCHÄXPIR.
Ein Grundanliegen des Festivals ist, die Sparte Darstellende Kunst für Kinder und Jugendliche als eigene, ernst zu nehmende Kunstform in Österreich zu etablieren. Darüber hinaus versucht SCHÄXPIR, die neuesten Entwicklungen im europäischen und weltweiten Theaterschaffen für junges Publikum zu zeigen und der jungen Theaterszene in Österreich eine repräsentative Plattform zu geben – mit Möglichkeiten des Austausches und des Dialogs.
Ausblick 2009
Bei SCHÄXPIR 2009, das Teil der europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009 ist, stehen vor allem internationale Kooperationen im Mittelpunkt – ein Ansatz, der auch bei den nächsten Ausgaben 2011 und 2013 weiterverfolgt werden soll. Erstmals in der Geschichte des Festivals ist SCHÄXPIR gemeinsam mit Linz 2009 Koproduzent internationaler Theaterprojekte: Insgesamt vier Koproduktionen werden – zum Teil bereits im Vorfeld des Festivals – uraufgeführt. Mehr
2009 gibt es auch ein Treffen der „Next Generation“. Junge, talentierte Kulturschaffende aus 25 Nationen haben sich beim ASSITEJ Weltkongress 2008 in Adelaide / Australien erstmals getroffen. Nun kommen sie zu SCHÄXPIR, um mit Workshops, Dialogveranstaltungen und Symposien die Darstellende Kunst für junges Publikum im Kontext der "Next Generation" zu diskutieren und dem österreichischen Publikum zu präsentieren.

